... sind schon ein Ärgernis.
Erstere, weil sie seit 15 Jahren quasi nur noch aus Axl Rose bestehend "die Mutter aller Alben" ankündigen, 14 Millionen US-Dollar an Produktionskosten bisher verbraten haben, und nur ab und an mal live eines der neuen Stücke zum Besten (ge)geben (haben).
Zweiteres ist ein Witz in sich. Schwarzer Schimmel. (Was uns der Meister AR damit eigentlich sagen will, ist unklar. Wie vieles, was von ihm kommt. Aber egal, er ist AR.) Auf jeden Fall ist es scheinbar der Titel des kommenden Albums.
Drittens die Kritiker.
Unfassbar, was da geschrieben worden ist, nachdem antiquiet.com 9 Stücke aus dem Album illegalerweise einfach mal in ein Blog stellten. Nach kürzester Zeit war diese Einstellung natürlich wieder verschwunden, angeblich ist sogar das FBI bei dem Seitenbetreiber aufgetaucht. (Und Homeland Security?? Und die CTU??? Und wieso war Jack Bauer nicht da?? Einsatz verpennt???? Der UNO-Sicherheitsrat hat sich auch noch nicht zu einer defintiven Stellungnahme durchringen können, das IOC behauptet, das alles wäre so niemals vereinbart worden, und die anderen üblichen Verdächtigen arbeiten noch an einer Pressemitteilung zu dem Vorfall, und Axl Rose wird sicherheitshalber mal aus der SPD augeschlossen ...)
Jedenfalls ist es ja so, wenn irgendwas kurzfristig mal im Netz war, dann ist es für immer im Netz. Das Netz kennt keine Vergangenheitsform. Also lassen sich die 9 Stücke relativ problemlos auftreiben, einfach nur aus kulturhistorischem Interesse natürlich. Ein bischen - ganz wenig - Kreativität ist da gefragt, und man kann sich selber ein Bild bzw Ohr von den neuen G'n'R-Werken machen.
Um jetzt hier weiterzukommen: Ich habe das gesamte Werk gehört, mehrmals.
Zurück zu den Kritikern. Ich zitiere jetzt nicht mit Quellenangaben, aber als besonders blöde hat sich die Rheinische Post bzw deren Schreiberling in Sachen Musik angestellt, ja geradezu als Nichts-Versteher-und Nichts-Wisser geoutet.
In dem RP-Artikel und in anderen deutschen Publikationen wurde heftigst über die Mutter aller Alben hergezogen. Dummerweise überall bisher ohne jede Sachkenntnis. (Erschreckend ... ich glaube denen nichts mehr, wenn die über etwas schreiben, vom dem ich keine Ahnung habe, da ich ja spätestens jetzt weiss, dass die Kenntnisfreiheit kein Argument ist, jemanden nicht in grossen deutschen Zeitungen schreiben zu lassen. Also informieren kann man sich offenbar durch Tageszeitungen nicht.)
Die Einzelheiten:
Es wurde bemängelt, dass AR's Stimme elektronisch dermassen geradegezogen worden wäre, dass nur noch seelenloser Retorten-Singsang übrig geblieben wäre.
Falsch. An keiner Stelle ist elektronische Manipulation an AR's Sangeskünsten festzustellen. Da ist schon mal gefiltert worden, um zb eine Telefonstimme herzustellen. Das ist ein durchaus üblicher Effekt. G'n'R als dreckige Rock-Formation dürfen sowas natürlich nicht. Und von Wolfgang Petry kennt man sowas ja auch nicht. Man könnte jetzt tagelang wieder mal darüber philosophieren, wie überhaupt eine "natürliche" Stimme ohne elektronische Manipulation auf eine CD kommen soll. Belassen wir es dabei, dass diese Schreiberlinge offenbar nur zwischen "passt-zu-einem-Grillabend-Musik" und allem anderem unterscheiden.
In "IRS" wäre die Sprachverständlichkeit von AR's Gesang nicht gegeben, lausige Produktion.
Blödmann, der singt eine Oktave oberhalb von Robert Plant. Und das geshoutet. Sprachverständlichkeit ... tu doch nicht so, als ob du auf die Texte achten würdest. Übrigens: worüber singt eigentlich Grönemeyer immer??? Und ist das wirklich deutsch??
Es würden sinnlose Drum-Loops verwendet, das ganze wäre ein völlig ungeeigneter Versuch, Industrial zu machen.
Soso. Aha. Liebe Leute, schon mal Industrial gehört??? Offenbar nicht. An 2 Stellen gibt es einen kurzen Drum-Loop im Intro und einem Outro. Und damit ist die ganze Sache dann ein Industrial-Versuch? Schreibt doch demnächst was über einen Auftritt von Andrea Berg, sowas lese ich nämlich erst gar nicht. Und ob die eine elektrische Gitarre auf der Bühne hat. Das ist dann bestimmt ein gescheiterter Versuch, Death-Trash-Metal zu machen ... verstehe schon. :-(
Der Unbedarftheits-Überhammer ist allerdings das Genörgele an "den Gitarristen".
Klar, Slash ist nicht mehr dabei. Slash ist DER G'n'R-Gitarrist. Das hat aber nichts damit zu tun, dass der Herr Pudelkopf-mit-Zigarette-da-wo-vorne-ist jetzt DER Gitarrist aller Zeiten wäre. Fakt ist, es gefällt vielen Leuten, was er gespielt hat, und das ist ok so. Aber gitarristisch gesehen ... naja, es ist Slash, um es mal wertfrei auszudrücken. (Damit das nicht falsch verstanden wird: ich finde G'n'R inklusive Slash absolut grossartig. Aber das ist subjektiv. Objektiv gesehen war Slash zB nicht unbedingt der Weltmeister an der Gitarre.)
So, nun sind da also andere Gitarristen, die als "Mucker aus der dritten Liga" bezeichnet werden.
Ist das spannend ... ich konnte überall da, wo Gitarren zu hören sind, nur einen einzigen ausmachen: nämlich Buckethead. Der übrigens schon lange bei G'n'R spielt, wie auf ziemlich vielen Youtube-Videos zu sehen ist. Faktisch ist Buckethead der einzige Gitarrist auf den 9 Stücken und DER aktuelle G'n'R-Gitarrist. Hätte man wissen können/sollen/müssen.
Und den als "Mucker" und "dritte Liga" zu bezeichnen ist einfach albern. Nein, es ist so dumm, dass man den Schreiberling deswegen eigentlich sofort kündigen sollte. Flachpfeife ... Hohlhirn ... Schwachmat ... Vollpfosten ... egal. Weiter ...
Buckethead ist einer der aussergewöhnlichsten und besten Gitarristen der Welt. Ob einem das gefällt, was er und vor allem wie er es spielt, ist eine ganz andere Sache.
Der Schmierer der RP geht also soweit, seine Unkenntnis über die Bedeutung und die Einsortierung von Buckethead dahingehend umzuinterpretieren, dass er behauptet, die "Gitarren-Mucker aus der dritten Reihe" (=Buckethead) würden sinnloserweise versuchen, die Grossartigkeit von Slash zu kopieren, würden das aber an keiner Stelle schaffen.
Hallo!!!! Jemand zu Hause????? Lebt da noch was??? Intelligenz an Dumpfbacke .... wir haben da ein Problem ... !
Buckethead spielt exakt wie Buckethead, songdienlich und absolut in G'n'R integriert. Weil den die Zeilenschinder von den Zeitungen aber nicht kennen (Was haben die eigentlich für einen Job??? Brauchen die sich da nicht mit Musik auseinanderzusetzen?? Offensichtlich nicht, als Musikredakteur braucht man von Musik keine Ahnung zu haben ... ist schon klar ... ) und die gar nicht auf die Idee kommen, bei G'n'R könnte jemand Gitarre spielen, der Slash nicht kopiert (jeder Gitarrist bei den Stones heisst ja auch Keith mit Vornamen ... ist ja auch gar keine Name, sondern die Berufsbezeichnung für einen, der bei den Stones Gitarre spielt) halten den Buckethead-Style also für eine misslungene Slash-Kopie.
Wie blöde kann man eigentlich sein??? Welchen Teil von: "Man hält einfach mal die Fresse, wenn man von was nix versteht!" haben die eigentlich nicht verstanden????
In "Chinese Democracy" wären im Intro seltsame Ethno-Gitarren zu hören ...
Mannomann ... das ist keine Ethno-Gitarre, das ist eine Les Paul, auf Crunch eingestellt und mit dem Handballen abgedämpft. Wie dumm, wenn man immer Alphorn-Musik hört ... superblöde ist das besonders deswegen, weil solche Äusserungen ja das Augenmerk darauf lenken, das der Schreiber nicht mal eine elektrische Gitarre erkennt. Und was, bitteschön, sollte eine "Ethno-Gitarre" auch sein? Wenn ein australischer Aborigine sich auf einer E-Gitarre versucht? Ach komm ... geh Carmen Nebel kucken ... da hast du Ethno-Gitarren ... Ethno-Gitarre ist nämlich, wenn jemand in bayerischen Lederhosen Gitarre spielt und dazu grausame Dinge singt ...
Kommen wir mal langsam zum Ende, ich will das Album noch mal in Ruhe hören ...
Das Album - bzw die 9 Stücke - sind grandiose, teils etwas abgefahrene (u.a. wegen Buckethead) und meiner Meinung nach supergute G'n'R-Songs. Axl singt einen Deut besser als früher, meine ich. Intensiver noch, facettenreicher, und ist nicht elektronisch verfremdet. (tstststs ... wie doof ...).
Dank Buckethead's Gitarrenarbeit kommt mehr von der Gitarre als simple Pentatonik (Slash-Style eben), was den Arrangements sehr gut tut, sie wirken erheblich unerwarteter und spannender als alle anderen G'n'R-Werke vorher. (Was jetzt nicht heisst, dass "Appetite For Destruction" oder "Use Your Illusion" weniger als genial und grandios wären ... sie sind anders.)
Die neuen G'n'R sind eben neu, aber immer noch G'n'R. Sie sind etwas anders, aber problemlos wiedererkennbar. Sie klingen nicht nach Revival oder Aufguss. Sie klingen danach, als ob sie nie tot gewesen wären. Es ist schlicht G'n'R am Beginn des 3. Jahrtausends.
Absolut sicher ist, dass ich das Album, sollte es denn mal tatsächlich erscheinen, kaufen werde.
Diese 9 Stücke sind die beste Werbekampagne für "Chinese Democracy", die man sich denken kann. Eben weil auch dermassen heftig darüber diskutiert wird. Wie man auch hier sehen kann ... :-))
Tipp an die RP und andere Vollidioten: Ruft mich vorher an. Oder jemanden, der sich mit ner Sache auskennt ... man kann vielleicht dafür sorgen, dass ihr ein paar Peinlichkeiten weniger in die Öffentlichkeit tragt. Ich kenne nämlich zumindest Buckthead ... und wenn ihr nicht recherchieren könnt, dann haltet einfach die Fresse oder macht ein Interview mit Andrea Berg.
Monday, September 01, 2008
Guns’n’Roses, Chinese Democracy und die Kritiker ...
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